Nächtlicher Betrieb von Mährobotern: Information und freiwilliger Verzicht statt Verbot

Im Dunkeln arbeitende automatische Rasenmäher stellen eine Gefahr für Igel dar. Die nachtaktiven Tiere fliehen nicht und werden von den Geräten nicht zuverlässig erkannt, wodurch es dann zu schwerwiegenden Verletzungen kommt.

Im Umweltausschuss des Kreises Plön wurde nach einem Vortrag von Antje Seebens-Hoyer vom NABU gemeinsam von den Grünen, der SPD und der CDU ein Antrag auf den Weg gebracht, der es Gartenbesitzern verbieten sollte, Mähroboter nachts fahren zu lassen. Im Kreistag erhielt dieser Antrag, von den Grünen gestellt, jedoch keine Mehrheit, weil CDU und SPD einen Rückzieher machten und ein Verbot nicht mehr befürworteten. Zur Begründung wurde angeführt, dass man Bürokratie abbauen wolle und der Kreis kein Personal habe, ein Nachtfahrverbot „auch nur im Ansatz“ kontrollieren zu können. Stattdessen brachten SPD und CDU einen eigenen Antrag ein, der auf Freiwilligkeit setzt und im Wesentlichen die Durchführung einer Informationskampagne über die Gefährdungen der Igel beinhaltet. Dieser Antrag wurde angenommen.

Antje Seebens-Hoyer wertet laut Berichterstattung in der Ostholsteiner Zeitung die Beschlussfassung als Teilerfolg, da durch sie die vom NABU schon immer geplante Infokampagne Realität werde. Andererseits habe sie sich ein klareres Signal zum Schutz der Igel erhofft und werde sich nun auf Landesebene für ein Verbot einsetzen.

(gb)
Quelle: Ostholsteiner Zeitung vom 10.12.2025, Seite 27


Kommentar

Man wolle Bürokratie abbauen und habe nicht die Ressourcen, ein Verbot zu kontrollieren: Das ist die hauptsächliche Begründung von CDU und SPD im Kreistag, kein Nachtfahrverbot für Mähroboter zu erlassen. Die Ressourcen mögen ja knapp sein, aber mit dieser Argumentation könnte man auch gleich alle möglichen anderen Regelungen kippen, zum Beispiel im Straßenverkehr die Verbote, ohne Sicherheitsgurt zu fahren, während der Fahrt zu telefonieren oder die Promillegrenze zu überschreiten, denn in
keinem dieser Fälle wird man jemals die

„Ressourcen“ haben, alle gegen die Verbote verstoßenden Personen zu „kontrollieren“. Diese Verbote sind aber trotzdem sinnvoll und haben einen Effekt, weil sich durch sie allmählich eine allgemeine Haltung durchsetzt. Dies zeigt zum Beispiel die Geschichte der Sicherheitsgurte, die bei ihrer Einführung als herber Schlag gegen die Freiheit gesehen wurden. Das einzige Kriterium für oder gegen ein Verbot müsste doch sein, ob es vernünftig ist oder nicht. Und was ist unvernünftig daran, Igel vor Mährobotern zu schützen?

Gert Braune, PANK-Mitglied
Der Kommentar ist eine persönliche Meinungsäußerung, keine offizielle Stellungnahme von PANK



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