
In Deutschland sterben etwa 100.000 bis 250.000 Vögel pro Jahr durch Windkraftanlagen. Man möchte jeden Vogel vor diesem Schicksal retten und diese Zahlen klingen nach „viel“, aber was ist „viel“? Eine amerikanische Studie hat das für den Bereich der USA genau untersucht (Quelle: siehe unten). Dort sterben pro Jahr etwa 150.000 Vögel durch Windkraftanlagen – durch freilaufende Hauskatzen etwa eine Milliarde. Auch der US-Straßenverkehr (60-80 Millionen) sowie die Glasfassaden von Gebäuden (100 Millionen) fordern deutlich mehr Vogelleben als Windräder. Umgerechnet auf Deutschland dürften frei laufende Hauskatzen jährlich etwa 100 bis 200 Millionen Vögel töten. Das ist das 400- bis 2.000-fache der Zahl, die auf Windkraftanlagen zurückgeht. Um viele Vögel zu retten, müsste man also eher alle Hauskatzen in der Wohnung halten als Windräder abzubauen.
Aber wenn man jetzt sagt: Jedes Vogelleben ist eines zuviel, und jede Maßnahme zur Rettung sollte ergriffen werden? Auch hier gibt es Studien (siehe Quarks-Beitrag, Quellenangabe unten): Wenn wir die Klimaerwärmung auf 2°C begrenzen können, werden etwa ein Viertel aller auf der Erde lebenden Arten, darunter viele Vogelarten, komplett aussterben. Bei einer Erwärmung um 4°C sind es schon die Hälfte aller Arten. Also muss man, um effektiv Arten zu retten, den Klimawandel bekämpfen. Wenn man Windgeneratoren abbaut, tut man das Gegenteil. Kurz gesagt: Windgeneratoren tragen dazu bei, Vögel zu retten, und zwar nicht „nur“ einzelne Vögel, sondern ganze Arten, die für immer verschwunden wären.
So schwer es zu ertragen ist: Es nützt nichts, einzelne Vögel vor Windrädern zu retten und einzelne Wale vor dem Tod in der Ostsee. Wir müssen den Klimawandel bekämpfen.
(gb)
Quellen:
US-Studie zum Vogelsterben:
https://www.researchgate.net/publication/227421482_Environmental_impact_of_wind_energy
Faktencheck von RWE:
https://www.rwe.com/unsere-energie/faktencheck/erneuerbare-energie-auf-kosten-der-tierwelt/
Quarks-Beitrag auf Youtube:
https://www.youtube.com/watch?v=_DV-9HjisIo
Grafik:
Die Grafik stammt aus der ersten Quelle.
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